Angst vor Neonazi-Kundgebung in Berlin
Die Polizei befürchtet, wie das Nachrichten-Magazin DER SPIEGEL berichtet, Krawalle bei der geplanten Großdemonstration von Rechtsextremisten am 1. Dezember in Berlin. Militante Neonazis und die NPD wollen mit deutschlandweiten Demonstrationen die Wiedereröffnung der Wehrmachtsausstellung verhindern. Der NPD-Bundesvorstand hat einen Marsch mit 6000 Teilnehmern angemeldet, der unmittelbar an den Ausstellungsräumen des Instituts für Sozialforschung in Berlin-Mitte vorbeiführen soll. Antifa-Gruppen haben bereits angekündigt, den rechten Aufmarsch "mit allen Mitteln verhindern" zu wollen. Auftrieb hätten den Autonomen militante Angriffe auf einen NPD-Marsch am 3. November in Leipzig gegeben, warnen Verfassungsschützer.
Bislang planen Rechtsradikale aus Frankreich, Belgien, Spanien und mehreren skandinavischen Ländern ihre Teilnahme. Neben NPD-Chef Udo Voigt soll der italienische Rechtsextremist Roberto Fiore von der Forza Nuova sprechen. Den geplanten Auftritt des österreichischen Alt-Nazis und ehemaligen Mitglieds der Waffen-SS, Herbert Schweiger, wollen die Behörden dagegen durch ein "Betätigungsverbot" verhindern. Die Polizei will den Zug nicht verbieten, aber durch Auflagen jegliche "positive Darstellung des Dritten Reichs" unterbinden. Verhindert werden soll auch, dass die Rechtsextremen an der nahe gelegenen Synagoge vorbei ziehen. Bereits 1997 hatten rund 6000 Rechtsradikale in München gegen die umstrittene Ausstellung protestiert, 1999 zündeten Neonazis in Saarbrücken einen Sprengsatz, als die Ausstellung dort gezeigt wurde.
(DER SPIEGEL 48/2001, Panorama Deutschland)