Planlose humanitäre Hilfe für Afghanistan - DER SPIEGEL
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Planlose humanitäre Hilfe für Afghanistan

Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

Nach dem Abwurf von Lebensmitteln gibt es neuen Streit um humanitäre Hilfe für Afghanistan. Grund: Die US-Militärs planen ohne Absprache mit den großen Hilfsorganisationen wie dem Internationalen Roten Kreuz, Altkleider westlichen Zuschnitts über dem islamischen Land abzuwerfen. "Das ist zwar gut gemeint", so Edith Wallmeier von Care-Deutschland laut einer Meldung des Nachrichten-Magazins DER SPIEGEL, jedoch würden Jeans oder Röcke kulturell bedingt "nicht angenommen".

Care und der Arbeiter-Samariter-Bund haben deshalb Schals und Decken aus den zentralasiatischen Nachbarländern auf den Weg gebracht. Weiter kritisieren Fachleute, dass sich "planlos gelieferte Medikamente" aller Art in den Kabuler Krankenhäusern stapeln würden. Die Deutsche Welthungerhilfe setzt deshalb zur Versorgung der Millionen Flüchtlinge auf langfristige Entwicklungshilfeprojekte, etwa für die Wasseraufarbeitung oder zur Saatgutversorgung. Diese Woche berät die "Afghanistan Support Group" aus 15 Ländern im Auswärtigen Amt (AA) über die zugesagten 250 Millionen Mark deutsche Aufbauhilfe, auf die laut AA bereits "ein Run" eingesetzt habe.