Mutmaßlicher Terror-Unterstützer vor der Flucht gefasst
Der vergangene Woche in Hamburg im Zusammenhang mit den Terroranschlägen vom 11. September verhaftete 27-jährige Mounir al-Motassadeq plante offenbar, sich in sein Heimatland Marokko abzusetzen. Schon seit Wochen soll der Student der Elektrotechnik, dessen Frau gerade niedergekommen war, darüber nachgedacht haben, nach der Geburt des Kindes zu verschwinden.
Der Haftbefehl wegen des Verdachts der Unterstützung einer terroristischen Vereinigung spricht deshalb auch ausdrücklich von Fluchtgefahr. Das meldet das Nachrichten-Magazin DER SPIEGEL in der neuen Ausgabe. Motassadeq war bereits drei Tage nach den Anschlägen in den USA in das Visier der Fahnder geraten, als durch eine Geldwäscheanzeige der Dresdner Bank bekannt wurde, dass der Marokkaner von November 1999 bis Januar 2001 Vollmacht über ein Hamburger Girokonto des Todespiloten Marwan al-Shehhi hatte. Auf diesem gingen über die Jahre rund 50000 Mark von einem Absender namens Mohammed al-Qusaidi ein, dessen Hintergrund bisher unbekannt ist. Motassadeq steht im Verdacht, diese Gelder mit Hilfe von Mittelsmännern in die USA weitergeleitet und so Shehhis Pilotenausbildung finanziert zu haben.
Zudem hat Motassadeq nach Shehhis Abreise in die USA im November 1999 auch dessen Mietwohnung abgewickelt. Der Marokkaner bestreitet, von den Anschlagsvorbereitungen gewusst zu haben.