Wurden Akten im FlowTex-Verfahren manipuliert?
In der FlowTex-Affäre, Deutschlands größtem Fall von Wirtschaftsbetrug, geraten die baden-württembergischen Justizbehörden in den Verdacht, Akten manipuliert zu haben, wie das Nachrichten-Magazin DER SPIEGEL in der neuen Ausgabe berichtet. Einer früheren Mannheimer Staatsanwältin, die 1997 ein Verfahren gegen die Hauptverdächtigen Manfred Schmider und Klaus Kleiser wegen mangelnden Tatverdachts eingestellt hatte (SPIEGEL 33/2001), waren offenbar unvollständige Akten zur Bearbeitung des Vorgangs (Az 609 JS 145/96) übergeben worden. Jetzt tauchte ein Vermerk ihres damaligen Vorgesetzten auf, der, so die heute als Richterin tätige Juristin, der Akte erst nach meiner Bearbeitung vorgeheftet worden sein müsse. Die Richterin schließt aus, diesen Vermerk jemals gesehen zu haben. Über die Gründe dieser Art von Aktenführung könne sie nur spekulieren. Außerdem sollen Unterlagen der Steuerfahndung Erfurt an die Staatsanwaltschaft Mannheim, die ebenfalls die FlowTex-Ganoven betrafen, nicht mehr auffindbar sein.