Doch keine großzügige Lösung für Bundeswehr-Strahlenopfer
Die Bundeswehr will einen Großteil der Radarstrahlen-Opfer und ihre Hinterbliebenen nun doch nicht entschädigen. So sollen alle vom Bund übernommenen Angehörigen der Nationalen Volksarmee der DDR leer ausgehen, ebenso Soldaten, die Hochfrequenzstrahlen ausgesetzt waren. Hinterbliebene, deren Angehörige zumeist an Hoden- oder Blutkrebs verstorben waren, sollen nichts bekommen, weil sie laut Verteidigungsministerium keinen vererbten Schadensersatzanspruch haben.
Mit solchen hirnrissigen Begründungen, klagt Dietmar Glaner vom Bund zur Unterstützung Strahlengeschädigter, bleibe die versprochene Hilfe für die meisten Betroffenen aus. Noch im Juni hatte Minister Rudolf Scharping (SPD) streitfreie und großzügige Lösungen angekündigt. Bisher haben sich rund 2500 Soldaten und Angehörige wegen angeblicher Strahlenschäden gemeldet. Der Berliner Anwalt Reiner Geulen hat für den Januar erste Klagen gegen die Bundeswehr angekündigt. Gleichzeitig sollen in den USA die Hersteller der Geräte belangt werden.