"Arafat ist nicht unser Feind", erklärt Peres
Als falsch hat der israelische Außenminister Schimon Peres den Schritt seiner Regierung kritisiert, Palästinenserpräsident Jassir Arafat politisch zu isolieren. Nicht Arafat, sondern der Beschluss von Premier Scharon selbst sei "irrelevant, sagte Peres in einem Interview mit dem Nachrichten-Magazin DER SPIEGEL: "Arafat ist nicht der Feind Israels. Der PLO-Chef sei nach wie vor der "wichtigste palästinensische Führer. Solange er gewählt ist und an der Spitze steht, müssen wir mit ihm vorlieb nehmen, sagte Peres. Er halte es für eine Fehleinschätzung zu glauben, hinter Arafat gebe es moderatere oder friedensbereitere Palästinenser. Peres bemängelte am harten Kurs von Premier Scharon auch, dass dieser nur militärisch agiere: Das reiche nicht, "wir müssen mehr tun. Statt eines umfassenden Friedens ziele Scharon bloß auf einen dauerhaften Waffenstillstand, mit einem Palästinenserstaat nur auf einem Tiel der Gebiete. Dies sei nicht genug.
Peres bestätigte, dass die Beziehungen zur palästinensischen Führung weiter bestehen. "Arafat muss jetzt umsetzen, was er versprochen hat, forderte der Politiker der Arbeitspartei, der seinem langjährigen Friedenspartner vorwarf, Vertrauen verspielt zu haben. Er glaube aber, dass Arafat nach wie vor in der Lage sei, wie 1996 gegen die Terrorgruppen durchzugreifen. "Frauen und Kinder zu töten, ist kein Widerstand, so Peres, "weltweit gibt es keine Toleranz mehr für Terror.