Bundeswehrsoldaten stellen Führung schlechtes Zeugnis aus - DER SPIEGEL
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Bundeswehrsoldaten stellen Führung schlechtes Zeugnis aus

Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

Jeder dritte Bundeswehrsoldat, der in den Balkan-Einsatz ziehen sollte, hatte kein volles Vertrauen zu seinem direkten Vorgesetzten, das berichtet das Nachrichten-Magazin DER SPIEGEL in der neuen Ausgabe. Den Kommandoebenen darüber stellte sogar nur jeder zweite Soldat ein positives Führungszeugnis aus. Zu diesen Ergebnissen kommt eine Studie des Sozialwissenschaftlichen Instituts der Bundeswehr in Strausberg bei Berlin, das deutsche Angehörige der Kosovo-Truppe Kfor und der Bosnien-Truppe Sfor befragt hat. Noch schlechter als vor dem Marschbefehl fielen die Urteile nach acht Wochen im Einsatz aus – vor allem für die höheren Vorgesetzten: Gerade noch ein gutes Drittel der Untergebenen des zweiten Kfor-Kontingents fühlte sich von ihnen gut geführt, beim Sfor-Einsatz in Bosnien 1998 sogar nur jeder Fünfte. Besonders kritisch wurden Kompanie- und Bataillonschefs von den Soldaten gesehen. Die schlechtesten Bewertungen kassierten die Vorgesetzten bei Fragen nach einem vorbildhaften Verhalten, nach der Delegation von Verantwortung, dem Lob für Leistungen und dem Interesse am einzelnen Soldaten.