61 Prozent der Deutschen sehen Regierung Schröder auch nach der Wahl am 22. September im Amt
Am Vorabend des Wahljahres 2002 erwarten die Deutschen trotz pessimistischer Einschätzung der Wirtschaftslage mehrheitlich keinen Regierungswechsel bei der Bundestagswahl am 22. September. Nach einer aktuellen Umfrage von NFO Infratest im Auftrag des Nachrichten-Magazins DER SPIEGEL glauben 61 Prozent der Befragten, dass Bundeskanzler Gerhard Schröder (SPD) dieses Amt nach dem 22. September behalten wird. Nur etwas mehr als ein Viertel (27 Prozent) rechnet mit seiner Abwahl. Anhänger von SPD und Grünen sind dabei besonders siegesgewiß, 85 beziehungsweise 86 Prozent glauben an einen Erfolg von Schröder.
Unter den Anhängern der CDU/CSU herrscht dagegen Ernüchterung: Nicht einmal die Hälfte (47 Prozent) erwartet, die Regierung ablösen zu können, annähernd ebenso viele (42 Prozent) sehen Schröder weiter an der Macht. Offenbar kann die Opposition von der düsteren Stimmung hinsichtlich der Konjunkturentwicklung bislang nicht profitieren: 77 Prozent der Befragten erwarten nicht, dass die Wirtschaft schon im Wahljahr wieder in Schwung kommt; zwei Drittel (66 Prozent) meinen, dass die Zahl der Arbeitslosen 2002 eher noch steigen wird.
Bei den Befragten, die keinen Kanzlerwechsel erwarten, gilt die Fortsetzung der rot-grünen Koalition mit 38 Prozent als am wahrscheinlichsten. Wünschen tun sich Rot-Grün dagegen deutlich weniger, nur 30 Prozent wäre diese Variante auch am liebsten. Eine Große Koalition sähen 17 Prozent gern, doch nur 7 Prozent meinen, dass es diese auch tatsächlich geben wird. Jeder Dritte (34 Prozent) erwartet dagegen die Neuauflage einer sozial-liberalen Koalition, die sich aber nur jeder Vierte (25 Prozent) auch erhofft. Dass ein Kanzler Schröder mit der PDS regieren würde, halten nur 8 Prozent für realistisch; 7 Prozent wäre dies auch am liebsten.