Springer-Chef Döpfner gegen ein Engagement seines Verlags im Bundestagswahlkampf - DER SPIEGEL
Zum Inhalt springen

Springer-Chef Döpfner gegen ein Engagement seines Verlags im Bundestagswahlkampf

Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

Der Axel Springer Verlag will im kommenden Bundestagswahlkampf keine Partei unterstützen. "Kampagnen für oder gegen einen Kanzlerkandidaten werden wir nicht führen", sagte der neue Springer-Vorstandsvorsitzende Mathias Döpfner in einem Gespräch dem Nachrichten-Magazin DER SPIEGEL in der neuen Ausgabe. Die Rolle der Springer-Zeitung "Bild" hatte in vergangenen Wahlkämpfen stets eine große Rolle gespielt.

Zu seinem Amtsantritt äußerte sich Döpfner, der dem Verlag "geistige Orientierung" geben will, auch über die Auseinandersetzung des Unternehmens mit Joschka Fischer und der 68er Generation: "Springer hat in der Sache richtig gelegen und im historischen Rückblick so viel Recht bekommen wie keine andere publizistische Kraft in diesem Land", sagte Döpfner in Anspielung auf die deutsche Einheit.

Skeptisch zeigte sich der Vorstandschef über journalistische Angebote im Internet: "Gratisjournalismus ist kein Geschäftsmodell." Sein eigenes Web-Portal Bild.de werde deshalb demnächst kostenpflichtig. Sollte dieses Modell jedoch scheitern, so Döpfner, "dann wissen wir zumindest: Mit journalistischen Angeboten ist im Internet nichts zu verdienen."