DIW-Chef Zimmermann erwartet von Kombilohn-Modell der Regierung bestenfalls 20 000 neue Jobs
Das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung (DIW) erwartet vom Niedriglohn-Modell der Bundesregierung keine nennenswerten Effekte für den Arbeitsmarkt. Das Vorhaben könne die Arbeitslosenzahl "bestenfalls um 10.000 bis 20.000 verringern", sagte DIW-Präsident Klaus Zimmermann dem Nachrichten-Magazin DER SPIEGEL in einem Interview. Zudem seien in Rheinland-Pfalz, wo das Modell derzeit erprobt wird, die Erfahrungen "wenig ermutigend". Dort habe das Konzept bislang "nur wenige neue Jobs gebracht".
Zimmermann schlug stattdessen vor, Kombilöhne gezielt für gering qualifizierte Arbeitslose einzusetzen, die noch Aussicht auf eine Vermittlung in den ersten Arbeitsmarkt haben. Dazu zählt der DIW-Chef etwa eine Million Arbeitslose ohne Berufsabschluss und 500.000 Arbeitslose mit Berufsabschluss, die noch nicht länger als ein Jahr arbeitslos sind. Heute zahlten die Arbeitsämter ihre Einstiegsgelder dagegen "nur an Langzeitarbeitslose und Ältere", die "in der Berufswelt von heute vielfach ohnehin kaum noch Chancen haben".
Weiter forderte Zimmermann, die Regierung müsse "den Druck auf Arbeitslose verstärken, gering bezahlte Jobs auch anzunehmen". So dürfe etwa das Arbeitlosengeld, das heute je nach Alter bis zu 32 Monate gezahlt wird, "künftig nur noch höchstens ein Jahr lang fließen".