Skispring-Bundestrainer Heß über Sven Hannawalds Wandel vom Problemfall zum Siegertyp - DER SPIEGEL
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Skispring-Bundestrainer Heß über Sven Hannawalds Wandel vom Problemfall zum Siegertyp

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In der neuen Ausgabe des Nachrichten-Magazins DER SPIEGEL nimmt der Bundestrainer der deutschen Skispringer, Reinhard Heß, in einem Interview Stellung zu Sven Hannawalds Wandel vom Problemfall zum Siegertyp, zu dessen neuer Rolle als Superstar und die Reformwünsche von RTL.

So berichtet Heß über jene Zeit im vergangenen Frühjahr, als Hannawald eine Trainings- und Wettkampfpause einlegen musste: "Wir haben gesehen: Der Junge geht uns flöten, wenn er sich nicht besinnt. Er hat nicht mehr gelacht, nicht mehr gejubelt, nicht mehr geweint, das war kein Mensch mehr."

Mit der Stilisierung Hannawalds zum Helden kann Heß wenig anfangen: "Ich halte nichts davon. Aber die Zeit ist eben so, dass der Kommerz den Sport in diese Richtung treibt." Im übrigen hält er den Kollegen Martin Schmitt "immer noch für meinen potenziellen Leistungsträger". Schmitt, so Heß, habe ihm gestanden, dass er "froh" sei, "dass es den Hanni gibt". Würde Hannawald nicht diese Leistung bringen, behauptet Heß, "würden die Medien den Martin zerreißen".

Kritisch äußert sich Heß auch zu den Reformwünschen von RTL. Die Forderung, wonach Stars wie Hannawald an der Qualifikation teilnehmen müßten, weist der Bundestrainer zurück: "Wenn RTL oder andere Sender den Weltverband überzeugen, die Regeln zu ändern, müssen wir uns der neuen Aufgabe stellen. Aber wenn es zu so einer Art Prostitution kommt, will ich kein Trainer mehr sein."