Tarifverhandlungen Bundesregierung für Bescheidenheit bei Tarifverhandlungen
Die Bundesregierung plädiert in ihrem neuen Jahreswirtschaftsbericht für Lohnmäßigung in Tarifverhandlungen. Das meldet das Nachrichten-Magazin DER SPIEGEL in der neuen Ausgabe unter Berufung auf den Entwurf des Berichts. "Die Reallohnerhöhungen sollten das Wachstum der Arbeitsproduktivität nicht übersteigen. Die Lage am Arbeitsmarkt ist dabei zu berücksichtigen", zitiert das Magazin aus dem Entwurf des Jahreswirtschaftsberichts. Er trage den Titel "Der Aufschwung kommt" und werde Ende Januar im Bundeskabinett beschlossen.
"Die Lohnentwicklung sollte sich auf einem verlässlichen mittelfristigen Pfad bewegen", schreiben die Regierungsexperten. Die längerfristigen Tarifabschlüsse der Vergangenheit hätten der Europäischer Zentralbank und Unternehmen in den beiden letzten Jahren mehr Planungssicherheit gegeben. Zudem fordern die Autoren des Jahreswirtschaftsberichts eine weitere Lockerung des Flächentarifvertrags. "Das Lohnfindungssystem sollte eine Lohndifferenzierung erlauben, die unterschiedlichen Produktivitätsentwicklungen (unter anderem differenziert nach Regionen und individuellen Qualifikationen) Rechnung trägt." Betriebsnahe Lösungen müssten weiterentwickelt werden. "Dazu gehören zum Beispiel Öffnungsklauseln."