Deutsche Bank Verlagerung der Deutschen Bank nach London verhindert
Der Vorstand der Deutschen Bank, Thomas Fischer, hat mit einer Rücktrittsdrohung die Verlagerung zentraler Bereiche des Institutes nach London verhindert. Das berichtet das Nachrichten-Magazin DER SPIEGEL in der neuen Ausgabe.
Entsprechende Pläne des designierten Vorstandssprechers Josef Ackermann stießen, so der SPIEGEL, in der Frankfurter Zentrale auf erbitterten Widerstand. Bei einem Treffen mit Ackermann, Aufsichtsratschef Hilmar Kopper und weiteren Managern kam es zum offenen Streit. "Ich mache das nicht mit. Falls auch nur Teile der Unternehmenszentrale verlegt werden, verlasse ich notfalls die Bank", drohte Fischer.
Dessen Weggang aber wäre für die Deutsche Bank fatal. Fischers gilt als eine der wenigen Integrationsfiguren zwischen dem angelsächsisch geprägten Investmentbanking und dem traditionellen Kreditgeschäft des Institutes. Kopper wie auch sein Aufsichtsratskollege Ulrich Cartellieri baten den Vorstand zu bleiben. Im Gegenzug sicherten sie ihm zu, dass die Entscheidungszentrale in Frankfurt bleibe, berichtet das Magazin. Vor diesem Hintergrund ist die ebenfalls von Ackermann favorisierte neue Führungsstruktur der Bank, bei der alle operativen Bereiche von einem "Executive Committee" übernommen werden, ein Kompromiss. Allerdings werde das Institut damit "deutlich effizienter arbeiten können", sagte Kopper dem SPIEGEL. Und juristisch gesehen verbleibt die Macht beim Vorstand. "Denn er bestellt", so Kopper, "die Mitglieder des neuen Gremiums - und feuert sie auch".