Luftwaffe Kabarettreifer Einsatz für Sanitäts-Airbus der Luftwaffe
Ein für die amerikanischen Streitkräfte bereit gehaltener Sanitäts-Airbus der Luftwaffe hat seinen ersten Einsatz unter kabarettreifen Umständen absolviert. Das fliegende Hospital, das bis zu 56 Verwundete aufnehmen kann, beförderte Mitte vergangener Woche nach einem Bericht in der neuen Ausgabe des Nachrichten-Magazins DER SPIEGEL nur einen einzelnen Offizier vom Bundeswehr-Kommando in Afghanistan, der in Kabul vom Lastwagen gefallen war und sich an der Hüfte verletzt hatte. Die britische Luftwaffe flog ihn bis nach Oman auf der Arabischen Halbinsel, dort hätte ihn ein kleiner "Challenger"-Jet der deutschen Flugbereitschaft abholen können.
Auf Geheiß des Verteidigungsministeriums musste der "Challenger" aber laut SPIEGEL in Köln-Wahn bleiben: Flüge für die Polit-Prominenz hätten Vorrang. Die Deutsche Rettungsflugwacht in Stuttgart, die schon oft für das Militär tätig war, hätte den Patienten für 30 500 Euro heim geholt, wurde aber nicht angefordert. Zu mehr als fünffachen Kosten - 20 Flugstunden zu jeweils rund 8000 Euro - sollte unbedingt der Airbus den Verletzten nach Stuttgart bringen.
Der Inspekteur des Sanitätsdienstes, Generaloberstabsarzt Karl Demmer, hieß es zur Begründung, wolle das fliegende Lazarett amerikanischen und britischen Fachleuten vorführen lassen; außerdem müsse die Maschine "bewegt" werden. Tatsächlich aber kamen die alliierten Experten nicht.