Transrapid Bayern und NRW schönten Konzept-Zahlen für Transrapid
Bayern und Nordrhein-Westfalen haben nach einem Bericht in der neuen Ausgabe des Nachrichten-Magazins DER SPIEGEL im Streit um den Transrapid ihre Konzepte schön gerechnet. Bayerns Ministerpräsident Edmund Stoiber (CSU) will mit Bundesmitteln die Magnetbahn zwischen dem Franz-Josef-Strauß-Flughafen und der Münchner Innenstadt bauen. Nordrhein-Westfalens Regierungschef Wolfgang Clement (SPD) hingegen fordert diese Subventionen für eine Strecke zwischen Düsseldorf und Dortmund.
Deshalb überarbeiteten beide Länder ihre Projekt-Zahlen für eine Machbarkeitsstudie schön, die Bundesverkehrsminister Kurt Bodewig (SPD) an diesem Montag vorstellen will. Danach würde die NRW-Strecke mit rund drei Milliarden Euro fast doppelt so viel kosten wie die bayerische.
Allerdings bestehen in Berlin laut SPIEGEL Zweifel an der Aussagekraft der Studie, die in entscheidenden Teilen auf Datenmaterial beider Bundesländer basiert. So sind die prognostizierten Erträge der Münchner (plus 18 Prozent) und das errechnete Fahrgastaufkommen (plus 21 Prozent) jetzt deutlich höher als in den Vorplanungen. Auch die NRW-Zahlen haben sich, so DER SPIEGEL, verbessert: Die kalkulierten Betriebskosten (minus 17 Prozent) und die Investitionskosten (minus 14 Prozent) sanken deutlich gegenüber den Vorstudien. Außerdem sollen die Züge kürzer und billiger werden - und dabei 40 Prozent mehr Passagiere befördern.