Schwere Vorwürfe gegen Aubis-Unternehmer
Die Chefs des Berliner Immobilienunternehmens Aubis, das durch seine Schieflage den Sturz der Großen Koalition in der Hauptstadt ausgelöst hat, geraten zunehmend unter Druck. Nach Informationen des Nachrichten-Magazins DER SPIEGEL liegen der Berliner Staatsanwaltschaft zahlreiche Aussagen und Unterlagen vor, mit denen sich Betrugsvorwürfe gegen die Firmenspitze erhärten lassen sollen. Den beiden Aubis-Chefs Klaus Hermann Wienhold und Christian Neuling wird dem Bericht zufolge unter anderem vorgeworfen, über Verträge mit der Leipziger Firma Elpag für umfangreiche Gewinnrückflüsse gesorgt zu haben, was Wienhold und Neuling bis heute bestreiten. Ein wichtiges Indiz für die Verstrickungen sieht die Staatsanwaltschaft laut SPIEGEL in einem Elpag-Konto, für das auch Wienhold und Neuling eine Kontovollmacht besessen hätten. Wienhold gerät dem Magazin zufolge inzwischen aber auch im Zusammenhang mit dem Tod eines früheren Aubis-Mitarbeiters ins Visier der Ermittler. Der EDV-Experte Lars Oliver P. war am 29. September erhängt im Grunewald aufgefunden worden. Nach Angaben des SPIEGEL hatte er zuvor einem der Berlin-Hannoverschen Hypothekenbank nahe stehenden Anwalt umfangreiche Unterlagen angeboten, mit denen er die Geldflüsse zwischen Elpag und Aubis belegen könne. In der vergangenen Woche habe nun ein Zeuge bei der Staatsanwaltschaft erklärt, der Elpag-Geschäftsführer Sven Asmus habe ihm gesagt, P. habe Wienhold mit diesen Unterlagen erpressen wollen. Wenn P. das durchziehe, habe Asmus in dem Gespräch vermutet, könne es sein, "dass er das nicht überlebt". Asmus und Wienhold bestreiten im SPIEGEL den Vorgang energisch. Wie das Blatt weiter berichtet, geben mehrere Zeugen an, von Wienhold und Neuling unter Druck gesetzt worden zu sein, was Wienhold ebenfalls bestreitet. Eine frühere Geschäftspartnerin von Wienhold habe gegenüber Ermittlern erklärt, er und Neuling hätten sie aufgefordert, den Vernehmungstermin nicht wahrzunehmen. Sie hätten sie "massiv unter Druck" gesetzt. Ein weiterer Ex-Aubis-Mann hatte nach Angabe des SPIEGEL erklärt, er habe Angst, "sich in einem blauen Müllsack wiederzufinden".