Anklage gegen Ex-Verkehrsminister - DER SPIEGEL
Zum Inhalt springen

Anklage gegen Ex-Verkehrsminister

Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

Die Staatsanwaltschaft Rostock hat beim Landgericht der Hansestadt Anklage gegen den ehemaligen Bundesverkehrsminister Günther Krause (CDU) erhoben. Dem DDR-Unterhändler des Einheitsvertrages werden, so das Nachrichten-Magazin DER SPIEGEL, Untreue in sieben, Steuerhinterziehung in drei und Betrug in vier Fällen zur Last gelegt. Krause soll über Treuhandverträge insgesamt "11969066,74 Mark" auf dem grauen Kapitalmarkt verzockt haben – zum Nachteil der Berliner Aufbau-Investitionen GmbH, der er als Geschäftsführer vorstand. Darüber hinaus habe der Ex-Politiker in den Jahren 1993 bis 1995 dem Finanzamt Einkünfte in Höhe von rund 360000 Euro verschwiegen. Zur Abwendung von Vollstreckungsmaßnahmen seiner Gläubiger, so die Anklage, soll Krause im Umfeld seiner Bundestagskandidatur 1998 falsche Bürgschaftserklärungen abgegeben haben. Verteidigt wird das einstige "Wunderkind der Wende" vom letzten Innenminister der DDR, Peter-Michael Diestel (CDU). Der hält seinen Mandanten für "nicht schuldig im Sinne der Anklage", trotz "einiger kaufmännischer Mißgeschicke".