Kanzler-Runde will Kirch-Imperium neu ordnen
Rupert Murdoch soll in Deutschland keinen publizistischen Einfluss bekommen. Darauf haben sich Gerhard Schröder, Deutsche-Bank-Vorstandssprecher Rolf Breuer, Bertelsmann-Chef Thomas Middelhoff und WAZ-Miteigentümer Erich Schumann bei einem geheimen Treffen in Hannover verständigt. Das meldet das Nachrichten-Magazin DER SPIEGEL in der neuen Ausgabe. Noch vor Oktober strebe die Vierer-Runde dem Bericht zufolge eine Lösung für die angeschlagene Kirch-Gruppe an. Laut SPIEGEL solle Kirch zwar Unternehmer bleiben, aber in die Rolle eines Minderheitsgesellschafters zurücktreten. Seine Fernsehfamilie (u.a. ProSieben, Sat.1, DSF) müsste aus kartellrechtlichen Gründen an verschiedene Anbieter verkauft werden. Für Murdoch bliebe nur das defizitäre Pay-TV Premiere, das ihm niemand verweigern wolle. Um einen Konkurs der Kirch-Gruppe zu verhindern, sollten die Banken auf einen Teil ihrer Forderungen verzichten, so der Wille der Geheimrunde, die im Hannoverschen Gasthaus "Wichmann tagte.
Sollte der Kirch-Anteil am Springer-Verlag zum Verkauf stehen, will laut SPIEGEL die WAZ-Gruppe einsteigen. In der Berliner Springer-Zentrale habe Schumann der Verlagserbin Friede Springer bereits angeboten, sich seitens der WAZ um die Betriebsabläufe zu kümmern, während Springer weiterhin die publizistische Hoheit über seine Produkte ("Bild, "Welt, "Hörzu) behalten soll. Wie der SPIEGEL bereits gestern gemeldet hat, sieht Friede Springer, die an dem Verlag gut 50 Prozent hält, allerdings "keinen Veränderungsbedarf in der Aktionärsstruktur. Dem SPIEGEL sagte sie: "Die Mehrheit am Axel Springer Verlag steht heute und auch in Zukunft unter keinen Umständen zur Verfügung. Und wenn es je Veränderungen gäbe, würde ich eher noch ein paar Prozente dazukaufen.