Thüringens CDU-Chef Althaus gerät durch Zeugenaussagen über seine DDR-Vergangenheit stärker unter Druck - DER SPIEGEL
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Thüringens CDU-Chef Althaus gerät durch Zeugenaussagen über seine DDR-Vergangenheit stärker unter Druck

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Thüringens CDU-Chef und designierter Vogel-Nachfolger Dieter Althaus gerät wegen seiner DDR-Vergangenheit in Bedrängnis. Nach einem Bericht in der neuen Ausgabe des Nachrichten-Magazins DER SPIEGEL belegen Zeugenaussagen, dass Althaus 1989 entgegen bisherigen Äußerungen eine Verdienstmedaille der DDR-Jugendorganisation FDJ "für hervorragende Leistungen bei der sozialistischen Erziehung“ entgegengenommen hat – was Althaus bislang vehement bestritt.

Zwei Zeugen, darunter der frühere Sekretär für Agitation und Propaganda bei der FDJ-Bezirksleitung Erfurt, bestätigten dem SPIEGEL die Übergabe der Auszeichnung an Althaus. Der einstige stellvertretende Schuldirektor habe die Medaille nicht bei der zentralen Feier am 10. Juni 1989 im Berliner Haus des Zentralrates, sondern bei einer Nachverleihung im Erfurter Jugendtourist-Hotel empfangen. Darüber hinaus wurde die Auszeichnung in einem internen Papier des FDJ-Zentralrates vom Mai 1989 bestätigt und später in der FDJ-Zeitung "Junge Welt“ und im FDJ-Organ "Pionierleiter“ in Ehrentafeln veröffentlicht. Der Name Althaus steht in beiden Tafeln wegen des Alphabets ganz oben. Der Christdemokrat hatte wiederholt erklärt, der Orden sei ihm zwar angetragen worden, er habe ihn aber nie angenommen. Althaus, der 2004 die Nachfolge von Ministerpräsident Bernhard Vogel antreten soll, räumte bislang lediglich ein, eine Prämie über 500 Ost-Mark erhalten zu haben. Diese sei als Auszeichnung unter anderem für die Betreuung mathematisch besonders begabter Schüler ausgezahlt worden.