Der Bahn drohen Millionenklagen in den USA
Zwei 22-jährige Amerikaner, die beim Unfall des Nachtexpress von Amsterdam nach Basel am 6. Februar 2000 in Brühl schwer verletzt worden waren, verlangen von der Deutschen Bahn jeweils mindestens eine Million Dollar Schadensersatz und Schmerzensgeld.
Wie das Nachrichten-Magazin DER SPIEGEL in der neuen Ausgabe berichtet, bereitet eine Anwaltskanzlei im US-Bundesstaat Maryland eine entsprechende Klage vor. Hintergrund der beabsichtigten Klage sind Untersuchungsberichte, Ermittlungsergebnisse der Kölner Staatsanwaltschaft und die Beweisaufnahme im Prozess gegen den Lokführer und weitere Bahn-Mitarbeiter.
Wie DER SPIEGEL schreibt, führen die Anwälte die dort beschriebenen Mängel auf schwer wiegende Versäumnisse der Bahn zurück; aus diesem Grunde sei eine solch hohe Entschädigungssumme gerechtfertigt.
Wegen des ICE-Unfalls von Eschede arbeiten andere US-Anwälte laut SPIEGEL an einer Sammelklage vor einem amerikanischen Gericht. Auch in Eschede war eine Amerikanerin verletzt worden. Zunächst versuchen ab Mittwoch sechs Eschede-Musterkläger, ihre Ansprüche auf Schadensersatz und Schmerzensgeld vor dem Berliner Landgericht durchzusetzen. Die Klage gegen die Bahn stützt sich laut SPIEGEL wesentlich auf die 186-seitige Anklageschrift der Staatsanwaltschaft Lüneburg, die drei Angeschuldigten fahrlässige Tötung von 101 Fahrgästen vorwirft. Die Hauptverhandlung wird voraussichtlich ab August stattfinden.