Aznar geht auf Distanz zu USA - DER SPIEGEL
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Aznar geht auf Distanz zu USA

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"Europäer und Amerikaner müssen ihr Bündnis neu abstimmen", fordert der spanische Ministerpräsident und EU-Ratsvorsitzende José María Aznar in einem Interview mit dem Nachrichten-Magazin DER SPIEGEL und spricht von einem "historischen Augenblick".

"Gegen den Terrorismus", so Aznar, "haben wir im Rahmen unserer Möglichkeiten getan, was wir tun mussten." Jetzt jedoch sei für die Europäer der Zeitpunkt gekommen, "über die neue Vision der amerikanischen Außenpolitik" zu diskutieren. Schließlich sei ein Schlag gegen "so genannte Schurkenstaaten, von denen angeblich Gefahr ausgeht, nicht dasselbe wie Terrorismusbekämpfung". Darüber hinaus soll nach Meinung des spanischen Ministerpräsidenten die EU das Nato-Mandat für Mazedonien übernehmen und Polizisten nach Bosnien schicken. Dazu sei es "wünschenswert, die Schnelle Eingreiftruppe in Zukunft auch mit eigenen Transportflugzeugen auszustatten". Wenn die EU weltweit mitmischen wolle, so Aznar, "müssen die politischen, technologischen und wirtschaftlichen Weichen gestellt werden". Nur mit einer gemeinsamen Sicherheitspolitik könne die Europäische Union eine geschlossene Außenpolitik entwickeln: "Es geht nicht darum, mit allem einverstanden zu sein, was die Ameri-kaner sagen."