IG Metall umwirbt Globalisierungsgegner von Attac - DER SPIEGEL
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IG Metall umwirbt Globalisierungsgegner von Attac

Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

Die Industriegewerkschaft Metall wirbt um das Netzwerk der Globalisierungskritiker Attac. In einem internen Schreiben an die 170 Verwaltungsstellen und 7 Bezirksleitungen fordern die Chef-Metaller Klaus Zwickel und Jürgen Peters ihre Funktionäre auf, die neue Bewegung zu unterstützen und mit ihr zusammenzuarbeiten. Attac-Forderungen wie die Besteuerung internationaler Finanztransaktionen, die Schließung von Steuerschlupflöchern oder der Kampf gegen die Privatisierung der sozialen Sicherungssysteme kämen der Politik der IG Metall "recht nahe". Gemeinsame lokale Bündnisse, Veranstaltungen und Kampagnen, der Austausch von Referenten sowie Spenden für das Netzwerk werden empfohlen. "Wir haben mit Metallern schon öfter kooperiert", freut sich Attac-Sprecher Felix Kolb, "aber diese Offenheit in dem Aufruf hat uns schon überrascht." Als "belebend" für die Gewerkschaft sieht Margit Koeppen, Referentin für Wirtschaftspolitik der IG Metall, die Offerte an die Globalisierungskritiker. Sie hat das Attac-Papier im Auftrag des Bundesvorstands verfasst. "Bei uns herrscht ein großes Verlangen, sich über den Tellerrand hinaus zu engagieren", so Koeppen. In der letzten Zeit war Deutschlands zweitgrößte Gewerkschaft (knapp 2,8 Millionen Mitglieder) immer mehr auf Distanz zum traditionellen Bündnispartner SPD gegangen. Die Wahlkampf-Eckpunkte der Sozialdemokraten machten - so IG-Metall-Chefdenker Klaus Lang - eine "Parteinahme unmöglich", die "Politik der Mitte" von Kanzler Gerhard Schröder sei "beliebig und schwammig, nichts sagend und nach allen Seiten offen, kaum mehr unterscheidbar von einem konservativen oder neoliberalen Politikprojekt".