Fall Daum Labor ermittelt erneut hohe Kokainwerte
Fußballtrainer Christoph Daum, 48, muss im Koblenzer Kokainprozess mit neuem Ärger rechnen. Nach langem Verwirrspiel um seine Haare hatte Daum vergangene Woche im Gerichtssaal offenbart, dass die im Oktober 2000 im Kölner Institut für Rechtsmedizin auf Rauschgift getesteten Haare doch von ihm stammten. Allerdings könne das extrem hohe Ergebnis (72 Nanogramm pro Milligramm), eigentlich der Wert eines notorischen Koksers, nicht stimmen schließlich habe er nur ein einziges Mal Kokain genommen. Ob Daum diese Verteidigungslinie halten kann, ist fraglich. Wie sich herausstellte, haben nämlich seine Anwälte drei Wochen später beim selben Institut nochmals Haare untersuchen lassen, laut Laborbuch von "Christoph Daum, Gesamtmenge 258 mg, Haarlänge ca. 5 cm". Sie seien, so eine von Daums Verteidigern in Auftrag gegebene Expertise, "us Amerika"geschickt worden. Dorthin war Daum nach Auf.iegen der Affäre geflüchtet. Die vom Toxikologen Professor Herbert Käferstein festgestellten Werte bei zwei Tests ähneln dem ersten Ergebnis: 40 und 39,5 Nanogramm schon bei einem Nanogramm gilt ein Drogenkonsum als nachgewiesen. Daum-Verteidiger Dietmar Tambor erklärte, jene bei Käferstein eingereichten Haare seien "nicht" von Daum, es handele sich um "andere Haare als so genannte Kontrollprobe zur Überprüfung" der Untersuchungsmethode. Warum sie trotzdem als Daums Haare eingetragen wurden, mochten Daums Anwälte nicht erklären.