Interview: Bagdad baut auf Europäer
Der irakische Diktator Saddam Hussein glaubt nicht an einen Krieg der USA gegen sein Land. "Weder Europa, geschweige denn die arabische Welt würden sich einen US-Angriff auf den Irak "bieten lassen, erklärte der Saddam-Vertraute und irakische Handelsminister Mohammed Mahdi Salih dem Nachrichten-Magazin DER SPIEGEL. "Alle arabischen Länder, gerade auch Kuweit, das der Irak 1990 besetzt hatte, wären inzwischen bereit, "eine Attacke auf uns zu verhindern, um jeden Preis, erklärte Salih in Bagdad. Auf der arabischen Gipfelkonferenz in Beirut Ende des Monats erwarte der Irak eine entsprechende Solidaritätsbekundung. Salih: "Alle stehen hinter uns. Zudem solle in Beirut auch über die Rückkehr der Uno-Inspektoren in den Irak entschieden werden.
Kritik äußerte der Handelsminister an der deutschen Irak-Politik, da sich Berlin weiterhin weigere, "die Aufhebung der Uno-Sanktionen zu befürworten. Als Folge betrage das Handelsvolumen mit dem einstigen Wirtschaftspartner Nummer eins nur noch einen Teil des früheren Umsatzes in Milliardenhöhe. Spitzen-Partner des Irak sei inzwischen Ägypten, sagt Salih.
DER SPIEGEL 12/2002, Seite 154