Milliardenlücken bei der Finanzierung neuer Militärflugzeuge - DER SPIEGEL
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Milliardenlücken bei der Finanzierung neuer Militärflugzeuge

Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

Im Streit um den Militärtransporter A400M, dessen Flotte 9,4 Milliarden Euro kosten soll, gibt Verteidigungsminister Rudolf Scharping seinen erbitterten Widerstand gegen eine Forderung des Haushaltsausschusses auf. Er will den Haushältern vor der entscheidenden Sitzung in dieser Woche nun doch eine Übersicht zu den übrigen Großprojekten der Bundeswehr zukommen lassen. Das Wehrressort hatte dies bisher abgelehnt – aus Furcht, der Ausschuss werde das teure Militär-Airbus- Projekt wegen der enormen Kosten der übrigen Rüstungskäufe kippen.

Laut einer vertraulichen Aufstellung werden die wichtigsten Großvorhaben, darunter der Airbus, der Eurofighter, der Transporthelikopter NH 90 und der Kampfhubschrauber "Tiger“, im Jahr 2010 bereits gut 4,6 Milliarden Euro verschlingen. Dazu kommen "sonstige Beschaffungen“, etwa Funkgeräte und Fahrzeuge, deren jährliche Kosten der Bundesrechnungshof auf etwa 1,4 Milliarden Euro schätzt. In diesem Jahr sind für alle "militärische Beschaffungen“ nur 3,3 Milliarden Euro vorgesehen. Um die hoch.iegenden Pläne zu verwirklichen, müsste der Wehretat, derzeit insgesamt 24,4 Milliarden Euro, deshalb rapide wachsen – und 2010 die 30-Milliarden-Marke überschreiten. Weil die Rüstungskosten aber bereits von 2005 an explosionsartig steigen, lässt Bundeswehr-Generalinspekteur Harald Kujat nun prüfen, ob vertraglich schon vereinbarte Projekte verschoben werden könnten – notfalls ohne Rücksicht auf drohende Konventionalstrafen.

DER SPIEGEL 12/2002, Panorama, Seite 17