Keine Unionsprominenz in Stoibers Schattenkabinett - DER SPIEGEL
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Keine Unionsprominenz in Stoibers Schattenkabinett

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Kanzlerkandidat Edmund Stoiber (CSU) muss bei der Aufstellung seiner Wahlkampftruppe auf einige prominente Unionspolitiker verzichten und sich mit Kräften aus der zweiten Reihe begnügen. Mit Hessens Ministerpräsident Roland Koch und dem saarländischen Landesvater Peter Müller schlossen gleich zwei Spitzenkräfte im kleinen Kreis aus, nach der kommenden Bundestagswahl ihre Ämter aufzugeben und nach Berlin zu wechseln. Stoiber jedoch hatte angekündigt, er werde in sein "Kompetenzteam" genanntes Schattenkabinett ausschließlich Politiker berufen, die im Falle eines Wahlsiegs tatsächlich für die Bundespolitik zur Verfügung stünden.

Für Stoiber verloren ist deshalb auch Niedersachsens CDU-Chef Christian Wulff, der sich auf die Spitzenkandidatur bei der Landtagswahl Anfang 2003 eingestellt hat. Verstärkt werden Stoibers Personalsorgen durch die Erkrankung von Horst Seehofer. Der CSU-Sozialexperte liegt mit einer schweren Herzmuskelentzündung seit Mitte Januar im Krankenhaus. Führende Unionspolitiker gehen deshalb davon aus, dass Stoiber bei der ab Ende April geplanten Vorstellung seines Schattenkabinetts auch auf weniger bekannte Kräfte zurückgreifen muss.

Als chancenreiche Kandidaten gelten die baden-württembergische Kultusministerin Annette Schawan, Mecklenburg-Vorpommerns CDU-Chef Eckhardt Rehberg, der hamburgische Wirtschaftssenator Gunnar Uldall, die Junge-Union-Vorsitzende Hildegard Müller sowie Horst Teltschik, einst außenpolitischer Berater von Helmut Kohl. Unionsfraktionschef Friedrich Merz soll sich in Stoibers Schattenkabinett um Finanzpolitik kümmern. Als Verteidigungsexperte ist Michael Glos, CSU-Landesgruppensprecher, im Gespräch. Die besten Aussichten auf das Innenressort hat Brandenburgs Innenminister Jörg Schönbohm.