CDU-Bundestagsabgeordneter lieh sich 150.000 Mark bei Müll-Unternehmer - DER SPIEGEL
Zum Inhalt springen

CDU-Bundestagsabgeordneter lieh sich 150.000 Mark bei Müll-Unternehmer

Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

Mit dem Bundestagsabgeordneten Ronald Pofalla muss zum ersten Mal seit Bekanntwerden der neuen Spendenaffäre auch ein prominenter CDU-Politiker zweifelhafte Geldbeziehungen zu Müllentsorgern erklären.

Der Jurist war als Justizminister im Schattenkabinett von Jürgen Rüttgers nominiert; er räumte jetzt auf Anfrage des SPIEGEL ein, dass er sich ein Darlehen in Höhe von 150.000 Mark beim Kempener Entsorgungsunternehmer Bernhard Josef Schönmackers erbeten habe. Hintergrund war eine Scheidung. Pofalla hatte sich 1996 von seiner Ehefrau getrennt, dabei gab es nach seiner eigenen Schilderung "Vermögensauseinandersetzungen". Dafür borgte er sich zunächst Geld bei seiner Sparkasse. Als seine damalige Frau weitere Forderungen erhob, wollte Pofalla nach eigenen Angaben nicht wieder zu dieser Sparkasse gehen, weil das "mehr als peinlich" gewesen wäre. So habe er sich lieber an Schönmackers gewandt.

Den Unternehmer hatte Pofalla in den achtziger Jahren als Werkstudent in dessen Betrieb kennen gelernt. Schönmackers fährt seit langem auch im Kreis Kleve, dem Wahlkreis Pofallas, den Müll ab und ist an der Müllverbrennungsanlage im benachbarten Asdonkshof beteiligt.

Das Geld soll bar geflossen sein. Inzwischen will Pofalla den Kredit zurückgezahlt haben, inklusive fünf Prozent Zinsen.