Trienekens torpedierte Ermittlungen
Hellmut Trienekens und andere in den Kölner Müllskandal verstrickte Manager haben offenbar versucht, Rechtshilfeersuchen deutscher Ermittler in der Schweiz gezielt zu behindern. Die Kölner Staatsanwaltschaft prüft, ob sie ihr Ermittlungsverfahren auch auf diesen Sachverhalt ausdehnt. Nach Erkenntnissen der Staatsanwaltschaft hat Trienekens dem Schweizer Anwalt Werner Stauffacher zu diesem Zweck ein Honorar von zehn Millionen Mark bezahlt.
Trienekens, der Geschaftsführer des Gummersbacher Anlagenbauers Steinmüller, Sigfrid Michelfelder und der Geschaftsführer der Schweizer Stenna AG, Arthur Hofmann, hatten sich nach Aussagen von Trienekens mehrfach in Deutschland und in der Schweiz getroffen, um "mit aller Macht" zu verhindern, dass deutsche Behörden "weitere Kenntnisse" über schwarze Kassen und kriminelle Absprachen erlangen konnten.
Die Trienekens-Anwälte räumen ein, den Schweizer Anwalt im "Rahmen von Rechtshilfeverfahren" konsultiert zu haben; auch Stauffacher bestätigte ein solches Mandat. Die Summe von zehn Millionen Mark allerdings sei zu hoch, so Trienekens Verteidiger. Außerdem habe es sich um die Klärung "grundsätzlicher rechtlicher Fragen gehandelt.
Trienekens hat beim Finanzamt in Viersen inzwischen eine Summe von rund 4,7 Millionen Mark für eventuelle Steuernachforderungen hinterlegt. Eine entsprechende Nachzahlung konnte auf das Unternehmen wegen in die Schweiz transferierter Gelder zukommen. Trienekens hatte nach Erkenntnissen der Staatsanwaltschaft zwischen 1995 und 2000 rund 12 Millionen Mark an die Stenna AG in der Schweiz überwiesen.
Die Gelder wurden zu großen Teilen über Scheinrechnungen von Stenna aus dem eigenen Unternehmen oder von Trienekens-Tochterfirmen abgezogen. Rund 2,3 Millionen Mark soll die Trienekens AG nach Rechnungen der Kölner Ermittler selber überwiesen haben, 8,8 Millionen die Trienekens-Tochter UTG und deren Nachfolgerin Isis. Weitere 850.000 Mark kamen vom Bonner Trienekens-Ableger EVB.