Heide Simonis hatte enge Kontakte zum inhaftierten Mitarbeiter Pröhl
Die Kontakte der schleswig-holsteinischen Ministerpräsidentin Heide Simonis zu dem wegen dubioser Geschäfte in Untersuchungshaft sitzenden Ex-Staatskanzlei-Mit- arbeiter Karl Pröhl waren weitaus enger, als die SPD-Politikerin bislang zugegeben hat. So feierte die Ministerpräsidentin am 4.Juli 2001 im Kieler Restaurant "Feld ihren 58. Geburtstag in kleiner Runde mit Pröhl, dessen Frau Patricia und dem mittlerweile in den einstweiligen Ruhestand versetzten Leiter der Staatskanzlei, Klaus Gärtner, nebst Gattin Jutta.
Simonis erklärte gegenüber dem SPIEGEL, das Treffen sei "rein zufällig gewesen. Eigentlich habe man schon am Abend zuvor über die weitere Vermarktung eines Expo-Wikingerschiffes reden wollen. Der Termin habe aber, wegen langwieriger Haushaltsberatungen, verschoben werden müssen. Nach Angaben von Pröhls Ehefrau Patricia war das Treffen jedoch rein privater Natur: "Es handelte sich um eine Geburtstagseinladung, ich habe eigens noch einen großen Strauß Bauernrosen besorgt. Pröhls Anwalt Peter Meyer-Grage sekundiert: "Ich bin fest überzeugt, dass sich Frau Simonis unzutreffend erinnert. Außerdem war Pröhl bereits im Sommer 1999 im Auftrag der Landesregierung in die palästinen- sischen Autonomiegebiete gereist, um mögliche Geschäftsfelder für schleswig-hol- steinische Unternehmen auszuloten. Bislang hatte die Staatskanzlei nur eine spä- tere Reise Pröhls nach Katar eingeräumt, bei der er von dem Hamburger Unter- nehmer Falk Brückner begleitet worden war, in dessen B&B-Firmengruppe der Staatskanzlei-Angestellte später als Vorstandsmitglied firmierte.