Schröder macht sich für Ruhrgas-Deal stark - DER SPIEGEL
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Schröder macht sich für Ruhrgas-Deal stark

Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?



Bundeskanzler Gerhard Schröder, NRW-Ministerpräsident Wolfgang Clement und der Chemie-Gewerkschaftschef Hubertus Schmoldt machen sich offenbar dafür stark, dass E.on weitere Anteile der Ruhrgas bekommt. Voraussichtlich in den nächsten Tagen wollen sie sich mit dem Ruhrkohle-Chef Karl Starzacher treffen, um einen spektakulären Deal zu diskutieren. Danach soll die Ruhrkohle ihren 18-prozentigen Anteil an der Ruhrgas an den Strom-Multi E.on abgeben. Im Gegenzug, so der Plan, erhält Starzacher von E.on 51 Prozent an deren Chemie-Tochter Degussa samt einer Übergangsfinanzierung von rund zwei Milliarden Euro. Das Geschäft verspricht allen Beteiligten Vorteile: Schröder und Clement könnten die klamme Ruhrkohle zum Chemiekonzern mit anhängendem Kohlegeschäft umbauen. Degussa würde nicht – wie befürchtet – an einen ausländischen Investor verkauft, sondern in Nordrhein- Westfalen verankert. Und E.on-Chef Ulrich Hartmann hätte die Mehrheit an Europas größtem Gasimporteur endgültig gesichert. Auf der Strecke blieben jedoch ordnungspolitische Grundsätze. Vor wenigen Wochen erst hatte es das Bundeskartellamt aus Wettbewerbsgründen untersagt, dass E.on vom Öl-Konzern BP Ruhrgas-Anteile übernimmt; die von E.on daraufhin beantragte Ministererlaubnis liegt bisher nicht vor. Dennoch sind Schröder, Clement und Schmoldt offenbar bereit, schon jetzt weitere Schritte zur Übernahme der Ruhrgas durch E.on einzuleiten. DER SPIEGEL 16/2002, Trends Seite 78