Ufa-Kinos vor der Insolvenz? - DER SPIEGEL
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Ufa-Kinos vor der Insolvenz?

Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

Die Münchner HypoVereinsbank (HVB) gibt für einen weiteren Medienwert die Hoffnung auf - die Ufa-Theater GmbH. Nach zweijährigen Sanierungsarbeiten bei Deutschlands drittgrößter Kinokette will die HVB als Hausbank nun eine weitere Finanzierung nicht sicherstellen. Damit droht Ufa in Kürze die Insolvenz - sollten nicht noch andere Banken oder die Gesellschafter, darunter etwa der Finanzinvestor Apax, einspringen. Für die Kinogruppe ist dieser Schritt besonders dramatisch, weil die Sanierung zuletzt vorangekommen war: So fielen laut Bankenkreisen die operativen Verluste von 23 Millionen Mark (1999) und rund 21 Millionen (2000) in 2001 auf nur noch 536.000 Mark. Das Unternehmen hat in dieser Zeit knapp 40 defizitäre Häuser geschlossen sowie Miet- und Personalkosten gesenkt. In diesem Jahr sollte mit einem Gewinn von gut 300.000 Euro der Turnaround geschafft sein. Momentan gibt es bei der Ufa lediglich einen Liquiditätsbedarf von drei Millionen Euro, um das flaue Sommergeschäft auszugleichen. Nach spektakulären Pleitefällen im Kundenkreis (Kirch, Kinowelt) möchte die HypoVereinsbank, die sich mit Verweis auf das Bankgeheimnis nicht äußern will, nun anscheinend jedes Restrisiko ausschließen und verweigert den Kredit. Erst im Februar hatte Deutschlands zweitgrößte Bank in einer mit Mercer Management Consulting gemeinsam erstellten "Medien- Studie 2006" die Branche gefeiert: "Der deutsche Kinomarkt verzeichnete in den vergangenen fünf Jahren eine fundamentale Wachstumsphase", heißt es darin, "die sich fortsetzen wird."