Kirch-Verwalter sieht bei Bundesliga-Rechten "ungeheuren Sprengstoff"
Die Zukunft der TV-Bundesliga ist ungewisser denn je. Zwar will Michael Jaffé, vorläufiger Insolvenzverwalter von KirchMedia, diese Woche mit Unterstützung der vier Gläubigerbanken einen Massekredit von 100 Millionen Euro aufnehmen. Doch sei das Geld ausschließlich "für das operative Geschäft" vorgesehen, sagte Jaffé. Zum 15. Mai müsste KirchMedia allein für die TV-Übertragungsrechte der Bundesliga eine 100-Millionen-Euro-Rate an die Deutsche Fußballliga (DFL) zahlen. Entgegen früheren Darstellungen ist diese Zahlung nicht gesichert. Auch welche Rolle die Bundesliga im Zukunftskonzept für KirchMedia spielen wird, sei ungeklärt. Bislang gingen von DFL bis zu Kanzlerkandidat Edmund Stoiber (CSU) alle davon aus, dass zumindest diese Rate noch bezahlt wird. Jaffé "kann und will" zu etwaigen Zahlungen momentan nichts sagen, "zumal ich selbst weiß, welch ungeheuren Sprengstoff das Thema Bundesliga-Rechte birgt". Der Insolvenz-Profi will dem Münchner Amtsgericht zudem in den nächsten Tagen einen Vorschlag für die Besetzung eines vorläufigen Gläubigerausschusses unterbreiten. In dem Neuner-Gremium sollen nicht nur die vier Gläubigerbanken, sondern auch zwei Hollywood-Studios sowie Lieferanten vertreten sein. Möglichst viele Entscheidungen, so Jaffé, sollen dann im Sommer der Gläubigerversammlung zur Abstimmung vorgelegt werden. "Mein Ziel ist möglichst viel Transparenz auf allen Ebenen." Das Kirch-Insolvenzverfahren, das bislang noch nicht offiziell eröffnet ist, kann Jaffé zufolge mehr als zehn Jahre dauern. Bis es endgültig zu den Akten gelegt werden könne, "bin ich unter Umständen schon 50 Jahre alt", so der 39-Jährige.