Erfurt-Amokläufer war nach gefälschtem Attest von Schule geflogen
Der Erfurter Todesschütze Robert Steinhäuser war im Februar, rund zwei Monate vor den Abiturprüfungen, vom Gutenberg-Gymnasium der Stadt verwiesen worden, nachdem er ein Attest gefälscht hatte. Diese Blamage hielt er sogar vor seiner Familie geheim, und womöglich war deshalb Rache das Motiv für die Bluttat Steinhäusers, bei der am Freitag 17 Menschen, zumeist Lehrer der Schule, starben, bevor der 19-Jährige sich selbst erschoss. Die Fälschung einer Krankenbescheinigung war notwendig geworden, nachdem er in der Schule gefehlt hatte. Steinhäuser war nicht nur Mitglied in einem Schützenverein, er liebte nach Auskunft von Bekannten auch gewaltverherrlichende Computerspiele und die Musik der amerikanischen Heavy-Metal-Band Slipknot. Deren Musiker tragen schon mal Armbinden im Stile der Nazis, und das Eingangsstück einer ihrer jüngsten CDs heißt "People = Shit" (Menschen = Scheiße).