Verhafteter Islamist gesteht Terrorplanungen
Einer der in der vergangenen Woche inhaftierten mutmaßlichen islamischen Terorristen hat gestanden, dass seine Gruppe einen Anschlag in Deutschland vorbereitet hat. Sie hätten den Auftrag gehabt, geeignete jüdische und israelische Ziele auszusuchen. Ein weiteres Kommando, das dann einreisen sollte, wäre für die Ausführung der Attentate verantwortlich gewesen.
Der mutmaßliche Kopf der in der vergangenen Woche verhafteten islamistischen Terrorzelle, Yaser Hassan alias Abu Ali, stand im engen Kontakt zu einem der führenden Mitglieder des Bin-Laden-Netzwerkes, dem inzwischen im Iran vermuteten Abu Mussab al-Sarkawi. Diesen hat Hassan bereits im vergangenen Oktober, nur fünf Wochen nach den Anschlägen in den USA, angerufen und erklärt, er wolle jetzt zum Märtyrer werden und stehe für Selbstmordattentate bereit. Sarkawi hat Hassan aufgefordert, damit erst einmal noch zu warten.
Der Anruf hat schon damals tiefe Sorge in der Bundesregierung ausgelöst, weil er als Beleg galt, dass radikale Islamisten bereitstehen, Anschläge zu begehen. Dennoch hat man sich entschlossen, Hassan zunächst nur lückenlos zu überwachen. Dabei stellten die Fahnder fest, dass er und seine Komplizen eine wichtige Rolle bei der Flucht von al-Qaida-Terroristen aus Afghanistan spielten. Von dort kamen Passbilder nach Deutschland, die hier in gefälschte Dokumente eingeklebt wurden. Dabei hat die Zelle von Hassan auch eng mit einem Fälscherring in Dänemark operiert, den die dortige Polizei schon vor Monaten aushob.
Als sich Sarkawi Anfang dieses Monats bei einem der Gruppenmitglieder meldete und in dem offensichtlich codiert geführten Gespräch von Honig und Äpfeln in Wahrheit womöglich Waffen die Rede war, entschlossen sich die Fahnder zuzugreifen.