Ministerpräsident Beck fordert Zwangsverlegung extremer Gewaltfilme in das späte Abendprogramm
In der Diskussion um Gewalt im Fernsehen hat der rheinland-pfälzische Ministerpräsident Kurt Beck (SPD) sich dafür ausgesprochen, extreme Gewaltfilme künftig wenn notwendig auch "zwangsweise" in das späte Abendprogramm zu verlegen. Besonders brutale Programme wie Horror- und Zombiefilme "müssen runter vom Bildschirm oder zumindest in verschlüsselter Form gesendet werden", sagt Beck in einem Interview mit dem Nachrichten-Magazin DER SPIEGEL. Beides sei im Rahmen des Jugendschutzrechts möglich, so Beck, der auch Vorsitzender der Medienkommission der Länder ist. Ferner kündigte Beck an, sich beim Treffen der Ministerpräsidenten mit Bundeskanzler Gerhard Schröder an diesem Montag für eine jährlich tagende Konferenz aller im Mediengeschäft Beteiligten einzusetzen. Das Gremium solle verbindliche Regeln für weniger Gewalt in den Medien festlegen, deren Einhaltung dann von den Landesmedienanstalten kontrolliert werden könnte. Den Vorwurf, die Politik sei erst nach den Erfurter Ereignissen aufgewacht, wies Beck zurück:"Wir kämpfen nicht erst seit gestern", sagte der Ministerpräsident, "wir hätten schon vor Erfurt mehr bewegen können, wenn mehr öffentliche Aufmerksamkeit dagewesen wäre."