FDP-Generalsekretärin Pieper strebt Posten in Berlin an
FDP-Generalsekretärin Cornelia Pieper ziert sich nicht ohne Grund, ein Regierungsamt in Sachsen-Anhalt anzutreten: Sie will lieber Bildungsministerin im neuen Bundeskabinett werden, "auch wenn das kein besonders relevantes Ressort ist". Ihr wichtigstes politisches Ziel, so Pieper intern, werde die Durchsetzung des Abiturs nach 12 statt bisher 13 Schuljahren sein. Jürgen Möllemann, FDP-Chef in NRW, der auch auf das Bildungsministerium spekuliert, würde dann "ein Sozialressort" übernehmen. Bei einer Regierungsbeteiligung beansprucht Möllemann schon mal vier Ministerposten für die Liberalen. Die FDP-Führung will ihre Personalien erst nach dem Parteitag am kommenden Wochenende öffentlich machen die Koalitionsverhandlungen in Magdeburg ermöglichen das Hinhaltemanöver. Auch besteht Parteichef Guido Westerwelle auf Pieper als Generälin: Sie soll nach Sachsen-Anhalt (13,3 Prozent) nun im ganzen Osten FDP-Stimmen gewinnen. Dagegen glaubt der Magdeburger Politikwissenschaftler Klaus-Bernhard Roy, diese Tricks enttäuschten "die experimentierfreudigen Wähler in Ostdeutschland, die auf die Person Pieper gesetzt haben". Angesichts der insgesamt geringen Zahl von FDP-Wählern in den neuen Ländern für die Bundestagswahl konterkariere der Plan "den Versuch, die FDP im Osten als Partei zu verankern".