Profifußball im Visier der Finanzbehörden - DER SPIEGEL
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Profifußball im Visier der Finanzbehörden

Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

Dem deutschen Profifußball droht neben der Kirch-Krise weiteres Ungemach: Massiv wie nie zuvor geraten die Clubs der Ersten und Zweiten Liga ins Visier der Finanzbehörden. Wie das Nachrichten-Magazin DER SPIEGEL in seiner neuen Ausgabe berichtet, einigten sich Betriebsprüfer aus ganz Deutschland bei einem geheimen Treffen in Bochum darauf, systematisch gegen Finanztrickser in der Bundesliga vorzugehen. Im Finanzamt Herne, so hält es das 39 Seiten umfassende Tagungsprotokoll fest, wird eine Zentralstelle eingerichtet, die das Geschäftsgebaren der Bundesliga systematisch durchleuchtet. Künftig sollen sämtliche Erkenntnisse über Bilanzierungskniffe, Steuerschlupflöcher, verdeckte Handgeldzahlungen und schwarze Kassen akkurat in einer Datei erfasst werden. Damit richten die Steuerbehörden in Deutschland ein, was etwa in den Niederlanden längst Usus ist: eine Art Zentralregister für die Finanzströme des Profifußballs. Vom Deutschen Fußball-Bund erwarten die Kontrolleure, dass die Frankfurter Ligazentrale in Zukunft sämtliche Verträge über Spielertransfers vorlegt, damit sie "zeitnah und intensiv" geprüft werden können. Denn "die Versuchung, Teile der Gehälter nicht zu versteuern", so resümierten die Beamten in dem internen Papier, "ist sehr groß".