Gericht lässt Anklage gegen Haffa-Brüder zu
Voraussichtlich im Herbst beginnt einer der spektakulärsten Prozesse gegen Ex-Verantwortliche eines am Neuen Markt notierten Unternehmens. Dann müssen sich Thomas und Florian Haffa, die Gründer der EM.TV AG, vor Gericht wegen Kursbetrugs und bewusster Bekanntgabe falscher Halbjahreszahlen verantworten. Am Freitag vergangener Woche beschloss die zuständige Richterin der Wirtschaftsstrafkammer am Landgericht München 1,Huberta Knöringer, die 122-seitige Anklageschrift gegen die einstigen Börsenstars, die bereits im vergangenen November eingereicht wurde, "in vollem Umfang zur Hauptverhandlung zuzulassen". Wie aus der Anklageschrift hervorgeht, wurden schon bei den Ermittlungen prominente Medien-Manager wie der gescheiterte Firmengründer Leo Kirch, sein Vertrauter Dieter Hahn oder ProSiebenSat.1-Chef Urs Rohner als Zeugen vernommen. Neben ihnen sollen beim Prozess in München weitere Ex-Kollegen und Geschäftspartner der Haffa-Brüder aussagen. Kommt es zu einer Verurteilung, müssen die gefallenen Börsenlieblinge, die ihre Unschuld beteuern, mit bis zu drei Jahren Haft oder einer hohen Geldstrafe rechnen. Profitieren könnten dagegen verprellte EM.TV-Anleger. Sie hätten dann Chancen, zumindest einen Teil ihrer oft enormen Verluste einzuklagen.