Sender einigen sich über Details der TV-Duelle zur Kanzlerwahl
Im Hickhack um die beiden geplanten TV-Streitgespräche zwischen SPD-Kanzler Gerhard Schröder und seinem Unions-Herausforderer Edmund Stoiber haben sich die Sender vorige Woche zumindest auf zwei Punkte geeinigt: den Regisseur des Duells und den Austragungsort.
Nachdem etwa das Berliner Museum für Kommunikation und eine Mercedes-Filiale als Austragungsort durchfielen, wollen ARD, ZDF, RTL und Sat.1 beiden Spitzenpolitikern nun das Studio Babelsberg als Arena vorschlagen. Für Span- nung bei den Duellen soll Volker Weicker sorgen, der über Zweikampferfahrung ver- fügt: Er ist Regisseur und Miterfinder der Box-Übertragungen auf RTL, die unter Titeln wie "Die Stunde der Wahrheit "oder "Der Kampf der Kämpfe " für Quote sorgten.
Der Grimme-Preisträger ist auch den Öffentlich-Rechtlichen vermittelbar: Weicker betreute das Berliner Theatertreffen für Arte. Offen ist noch die Gestaltung der 15 Sendeminuten unmittelbar vor und nach dem Duell. Beide Lager fürchten, dass die Auftritte ihrer Kandidaten gleich im Anschluss bei Sabine Christiansen zerpflückt oder womöglich durch Erotikfilme bei den Privaten entstellt werden könnten. "Die haben Angst, dass wir ihre Kleidung von Verona Feldbusch kommentieren lassen ", lästert RTL-Informationsdirektor Hans Mahr.
Um den sanften Übergang ins Spätprogramm zu gewährleisten, werden ARD und ZDF vermutlich Nachrichten verlesen lassen. Und die Privaten können senden, was ihnen während des Duells verboten ist: Werbung.