Justizministerin Däubler-Gmelin plant härtere Strafen für Gewaltvideos
Bundesjustizministerin Herta Däubler-Gmelin (SPD)hat nach dem Amoklauf von Erfurt einen Entwurf zur Verschärfung des Strafrechts vorgelegt. Danach sind härtere Strafen für die Herstellung und Verbreitung gewaltverherrlichender Вildträger oder Datenspeicher geplant. Dies erfasst vor allem Videofilme und Computerspiele. Die Strafvorschrift soll bereits bei "Gewalttätigkeiten von einiger Erheblichkeit greifen und auch gelten, wenn sich die Gewalt gegen "menschenähnliche Wesen richtet - sofern dies in verherrlichender, verharmlosender oder sonst die Menschenwürde verletzender Weise geschieht. Zudem sollen auch entsprechende Live-Übetragungen im Internet unter Strafe gestellt werden können. Gleichzeitig soll die Höchststrafe auf bis zu fünf Jahre erhöht werden; bisher lag sie bei einem Jahr.
DER SPIEGEL 23/2002,Seite 19