ARD-Vize Voss erhebt schwere Vorwürfe gegen Kirch
Im Streit um die digitale Satellitenübertragung der Fußball-Weltmeisterschaft hat der stellvertretende ARD-Vorsitzende Peter Voss schwere Vorwürfe gegen die vorläufig insolvente Kirch Media erhoben. Das Unternehmen habe in den Verhandlungen "schlicht nicht die ganze Wahrheit gesagt, so Voss. "Das war kein sauberes Spiel. Erst kurz vor Anpfiff des ersten Spiels habe Lizenzpartner Kirch ARD und ZDF eröffnet, dass etwa in Nordafrika Vertragsstrafen drohten. Von dort seien die Anstalten Voss zufolge sogar bereits anwaltlich abgemahnt worden. Zudem habe Kirch "plötzlich die Umkehr der Beweislast gefordert: Danach müssten wir nachweisen, dass wir niemanden schädigen. Das ist absurd und ein rechtliches und finanzielles Risiko, das wir den Gebührenzahlern nicht zumuten können. Rund eine Million TV-Haushalte, die ihre Programme über digitale Satelliten-Receiver empfangen, werden deshalb keine WM-Übertragung von ARD und ZDF empfangen können. Voss räumt ein, er könne den Ärger der Gebührenzahler verstehen: "Aber wir sind dafür die falsche Adresse. Für die digitalen Satelliten-Haushalte, die über keine analogen Empfangsmöglichkeiten mehr verfügen, hat Voss einen einfachen Tipp: "Zum Nachbarn gehen oder in die Gastwirtschaft und wie in den goldenen Zeiten von Bern 1954 das Gemeinschaftserlebnis genießen.
SPIEGEL 23/2002,Medien Trends Seite 115