SPD-regierte Bundesländer befürchten katastrophale Ergebnisse imPisa-Ländervergleich
Die SPD-geführten Bildungsministerien richten sich auf vernichtende Ergebnisse beim Pisa-Ländervergleich ein. Zwei Wochen vor der geplanten Bekanntgabe der Test-Resultate über die Lese-, Mathematik- und Naturwissenschaftsleistungen der 15-Jährigen in Deutschland feilen die sozialdemokratisch regierten Bundesländer an einer "Erklärung zu den Ergebnissen von Pisa", die Ende Juni veröffentlicht werden soll. Vorsorglich versuchen die Autoren des Entwurfs, das von ihnen erwartete Resultat des Vergleichs - SPD-Länder hinten, die unionsgeführten vorn - zu relativieren. Ein schlechter Platz auf der "Leistungstabelle", heißt es in dem vorerst vertraulich zwischen Nordrhein-Westfalen, Schleswig-Holstein und Bremen abgestimmten Papier, könne "nicht automatisch als Aussage über die tatsächliche Leistungsfähigkeit eines Schulsystems eines Landes gewertet werden". Wer schlecht abschneide, bauen die SPD-Bildungspolitiker vor, könne vielleicht gar nichts dafür, da "bestimmte Entwicklungen in einzelnen Ländern auch mit denen in anderen zusammenhängen und einander bedingen". Nicht auszuschließen wäre nach dieser Logik somit, dass in Wahrheit die Schulpolitik des bayrischen Unions-Kanzlerkandidaten Edmund Stoiber schuld an schlechten Leistungen von NRW-Schülern ist. Im Übrigen empfehlen die sozialdemokratischen Bildungsfunktionäre, den Pisa-Test, eine gemeinsame Veranstaltung von 32 Staaten auf Initiative der OECD, nicht all zu schwer zu nehmen:"Schule ist mehr als Lesen, Mathematik und Naturwissenschaften."