Kich-Pleite Konsortium will KirchMedia übernehmen
Vertreter der drei Unternehmen ließen sich am vergangenen Freitag in der Frankfurter Commerzbank-Zentrale die Ergebnisse eines Gutachtens der Unternehmensberatung Roland Berger vorstellen. KirchMedia-Geschäftsführer Hans-Joachim Ziems will die Zusammensetzung der Bietergruppen nicht kommentieren, bestätigt aber "konkrete Gespräche in einem fortgeschrittenen Stadium".
Ziems zufolge drängt inzwischen die Zeit. "Wir brauchen dringend eine schnelle Lösung, um für unsere Partner, Investoren und Mitarbeiter wieder interessant und geschäftsfähig zu sein." Wenn nicht bald etwas passiere, sei "das Unternehmen leer, dann sind seine inneren Werte zerstört, das darf nicht sein". Eine Zwischenfinanzierung von 100 Millionen Euro reicht laut Ziems nur noch "etwa bis Ende Juli". Bereits am kommenden Mittwoch, so ein Insider, sei deshalb mit der Eröffnung des offiziellen Insolvenzverfahrens zu rechnen.
In dem vertraulichen Roland-Berger-Gutachten schlagen die Unternehmensberater eine Auffanglösung namens "KirchMedia-Gruppe 2.0" vor, welche mit dem Film- und Sportrechtehandel sowie der Mehrheitsbeteiligung an der ProSiebenSat.1 Media AG die wesentlichen Bestandteile der heutigen KirchMedia umfassen soll. Auch das Deutsche Sportfernsehen soll darin enthalten sein - allerdings nur, wenn die umkämpften Bundesliga-Rechte im Unternehmen bleiben. Aufgegeben werden sollen dem Papier zufolge weite Teile der bisherigen Produktionssparte sowie der Bereich "technischer Dienstleistungen". Zudem sieht das Gutachten einen weiteren, einschneidenden Personalabbau vor.