Kostunica wirft serbischem Premier Milosevic-Methoden vor - DER SPIEGEL
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Kostunica wirft serbischem Premier Milosevic-Methoden vor

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Jugoslawiens Präsident Vojislav Kostunica hat seinem Widersacher, dem serbischen Premier Zoran Djindjic, diktatorische Methoden vorgeworfen. In einem SPIEGEL-Interview verglich Kostunica den Regierungsstil Djindjics mit dem des gestürzten jugoslawischen Präsidenten Slobodan Milosevic. "Ich sehe da durchaus eine gewisse Ähnlichkeit." Er habe jedoch bereits Tito und Milosevic überlebt. "Ich werde auch die Rechtsverletzer von heute hinter mir lassen."

Kostunica kritisierte damit den letzten Schachzug des serbischen Premiers im Machtpoker um die politische Vorherrschaft : Mitte Juni hatte Djindjic mehreren Politikern der Kostunica-Partei die Abgeordnetenmandate entziehen lassen - weil sie im serbischen Parlament zu häufig gefehlt hatten.

Gleichzeitig widersprach Kostunica Gerüchten, wonach der Rauswurf des Generalstabschefs Nebojsa Pavkovic ein persönlicher Racheakt an dem langjährigen Milosevic-Vertrauten sei. Vorwürfe, dass er Pavkovic zu einem Putsch gegen die serbische Regierung anstacheln wollte und dieser sich verweigert habe, nannte Kostunica "bizarr".

Erneut übte der jugoslawische Präsident offene Kritik an dem Kriegsverbrecher-Tribunal in Den Haag. Der Prozess gegen Milosevic werfe rechtliche Zweifel auf. Dennoch sei dessen Ära in Jugoslawien endgültig vorbei. Kostunica kündigte an, möglicherweise bei den im Herbst anstehenden serbischen Präsidentschaftswahlen anzutreten.