Mannesmann-Affäre: Deutlich höhere Schadenssumme? - DER SPIEGEL
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Mannesmann-Affäre Deutlich höhere Schadenssumme?

Die Zahlungen an Manager und Pensionäre in der Mannesmann-Affäre sind nach Informationen des Nachrichtenmagazins DER SPIEGEL deutlich höher als bisher bekannt.
Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

Die Düsseldorfer Staatsanwaltschaft geht nach jüngsten Berechnungen inzwischen von einer Gesamtsumme in Höhe von rund 210 Millionen Mark aus, die in den Wirren der Übernahmeschlacht mit Vodafone von den Mitgliedern des vierköpfigen Ausschusses für Vorstandsangelegenheiten verteilt wurde. Dem Gremium gehörten damals IG-Metall-Chef Klaus Zwickel, der heutige Chef der Deutschen Bank, Josef Ackermann, Mannesmann-Aufsichtsrat Joachim Funk und Konzernbetriebsrat Jürgen Ladberg an. Gegen sie und weitere sieben Manager von Vodafone und Mannesmann hatten die Staatsanwälte bereits vor Monaten Ermittlungsverfahren eingeleitet.

Die Gesamtschadenssumme könnte sich nach Erkenntnissen der Ermittler sogar noch drastisch erhöhen - um weitere 100 Millionen Mark. Diesen Betrag soll der Mannesmann-Vorstand zusätzlich an rund 140 Führungskräfte auch in Konzerntöchtern ausgezahlt haben. Die Gelder wurden als Prämie für den Verbleib im Unternehmen deklariert und sind nach Angaben von damals Verantwortlichen ein völlig normaler Vorgang. Die Ermittler hingegen mutmaßen, dass es sich auch bei diesen Zahlungen um eine Untreue mit dem Ziel handeln könne, wohlverdiente Mitarbeiter zu belohnen, bevor Vodafone endgültig das Kommando bei Mannesmann übernahm.

Auch die rechtliche Bewertung des gesamten Vorgangs hat sich verschärft. Mittlerweile gehen die Ermittler laut SPIEGEL bei der Bewertung der Tatvorwürfe von Untreue oder Beihilfe sogar in einem "besonders schweren Fall" aus. Die Konsequenz nach dem Gesetz: Höchstrafe zehn Jahre Gefängnis, Mindeststrafe ein halbes Jahr Haft.