Telekom Gutachten bestätigt Verdacht auf fehlerhafte Abrechnungen
Der Experte der Firma Tekit Consult wurde von der Einkaufsgemeinschaft Communitel beauftragt, die dem Ex-Monopolisten Falschabrechnungen im großen Stil vorwirft (SPIEGEL22/2002). Die Telekom weise in ihren Rechnungen "mit hoher Wahrscheinlichkeit" einen Aufschlag von "deutlich über 20 Prozent" zu ihren Gunsten aus, heißt es in der Expertise. Das von Communitel vorgelegte Datenmaterial erscheine repräsentativ, deshalb dürften die Merkwürdigkeiten auch bei weiteren Telekom-Kunden vorkommen.
Auffallend sei vor allem "die Häufigkeit technisch unmöglicher Abrechnungsgründe", etwa zeitgleich anfallende, identische Gespräche über einen dazu gar nicht fähigen Analoganschluss. Sie seien mit "technischen Systemfehlern" allein nicht zu begründen. "Mit hoher Wahrscheinlichkeit", glaubt der Gutachter, entstehen die Fehler "bereits bei der Datenerfassung in den Verbindungsrechnern".
Noch unklar ist, inwieweit die Telekom zu Schadensersatz verpflichtet ist, wenn sich der Verdacht erhärtet, dass die Rechnungen zahlreicher Kunden über Jahre hinweg falsch waren. Bundeskanzleramt und Finanzministerium als Vertreter des größten Anteilseigners Bund kennen das Problem, haben bis jetzt aber nicht reagiert.
Die Telekom dementiert, dass es Probleme bei ihren Abrechnungen gibt. Communitel droht deshalb dem neuen Vizechef Gerd Tenzer, der früher für die Netztechnik zuständig war, mit einer Strafanzeige.