Sechs deutsche Flughäfen ohne Bodenradar - Fluglotsen warnen vor Kollisionsgefahr bei Nebel
Vor einer riskanten Praxis auf sechs deutschen Flughäfen warnt der Verband Deutscher Flugleiter (VDF): In Bremen, Erfurt, Leipzig, Dresden, Frankfurt-Hahn und Münster-Osnabrück starten und landen Passagiermaschinen auch bei schlechter Sicht ("Category III"), obwohl es dort kein Bodenradar gibt. Mit Bodenradar können Lotsen den rollenden Verkehr auch bei Nebel auf dem Bildschirm überwachen. Ohne Radarkontrolle haben sie bei Category-III-Betrieb praktisch keine Chance, geflügelte Geisterfahrer vor Kollisionen zu warnen. Wohin das führen kann, zeigte sich im Oktober vergangenen Jahres auf dem Mailänder Flughafen Linate: Ein deutscher Kleinjet war bei Nebel in die Bahn einer startenden skandinavischen Passagiermaschine gerollt. 118 Opfer forderte das schwerste Luftfahrtunglück Italiens. So ein Crash sei auch in Deutschland möglich, sagen die Lotsen des VDF. Die Aufsichtsbehörden tolerieren bislang den Sicherheitsmangel.