Drei Kirch-Bieter in der nächsten Runde
Im Bieterverfahren um die insolvente KirchMedia können drei von bislang insgesamt sieben Interessentengruppen in den kommenden Tagen einen tieferen Einblick in die Bücher des Unternehmens nehmen: Es handelt sich dabei um das Konsortium aus Commerzbank und dem Hollywood-Studio Columbia TriStar mit einem vorläufigen Angebot von 2,3 Milliarden Euro, den amerikanischen Medienunternehmer Haim Saban und den französischen Medienkonzern TF1 mit einem gemeinsamen Gebot von 2,6 Milliarden sowie die so genannten Altgesellschafter um die Investmentbank Lehman Brothers darunter die Kingdom Holdings des saudi-arabischen Prinzen Walid und der Handelskonzern Rewe, deren Angebot bislang bei 2,5 Milliarden Euro liegt. Altgesellschafter Rupert Murdoch ist in der Lehman-Gruppe nicht vertreten, auch Silvio Berlusconis Mediaset ist außen vor. Der italienische Ministerpräsident persönlich habe seine Manager angewiesen, sich nicht weiter zu engagieren, heißt es in Verhandlungskreisen, dies sei politisch zu sensibel. Vorerst nicht weiter im Rennen sind damit der US-Medienkonzern Viacom (MTV, Paramount) sowie das so genannte Verlagskonsortium aus Axel Springer Verlag, Heinrich Bauer Verlag und der HypoVereinsbank, an dem auch der SPIEGEL-Verlag eine Beteiligung prüft. Die Bieterkonstellationen sind aber noch offen für Veränderungen: So rechnen Insider etwa damit, dass Commerzbank und Columbia sich um die HypoVereinsbank und den Bauer-Verlag verstärken könnten. Unterdessen hält der Exodus der bisherigen KirchMedia-Manager an. So verlässt Sport-Geschäftsführer Alexander Liegl das Unternehmen mit sofortiger Wirkung; Finanzchef Herbert Schroder ist bereits seit Anfang Juli nur noch beratend tätig sein Nachfolger ist Norbert Deigner, bislang Prokurist und stellvertretender Geschäftsführer.