Expertenkommission fordert radikale Reform des Jugendstrafrechts - DER SPIEGEL
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Expertenkommission fordert radikale Reform des Jugendstrafrechts

Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

Eine von der Bundesregierung mitfinanzierte Expertenkommission fordert eine radikale Liberalisierung des Jugendstrafrechts, das weniger Haftstrafen, dafür aber deutlich mehr Hilfsangebote für junge Delinquenten vorschreiben soll. Die von der Deutschen Vereinigung für Jugendgerichte und Jugendgerichtshilfen eingesetzte Kommission aus Kriminologen, Staatsanwälten, Richtern und Jugendhelfern will beispielsweise ermöglichen, das Jugendstrafrecht auch auf Erwachsene bis 24 Jahre statt bisher auf höchstens 20-Jährige anzuwenden. Straftäter unter 18 Jahren sollten dem Vorschlag zufolge zu Jugendstrafen von höchstens fünf statt bisher zehn Jahren verurteilt werden können; 14- und 15-Jährige kämen nach dem Entwurf gar nicht mehr in Haft - außer bei Tötungs- und schweren Gewaltdelikten. Zudem sollen sich Jugendrichter und -staatsanwälte anders als bisher zusätzlich für diese Aufgabe qualifizieren müssen. Beim Deutschen Juristentag im September will die Kommission ihre Vorschläge der Öffentlichkeit vorstellen.