Flüchtiger Ex-Verteidigungsstaatssekretär Pfahls am Kap der Guten Hoffnung?
Die südafrikanische Polizei geht Hinweisen nach, wonach sich Ludwig-Holger Pfahls in Südafrika aufhalten könnte. Am 3. Juli 1999 verliert sich die Spur des ehemaligen Verteidigungsstaatssekretärs, der bei Rüstungsgeschäften Anfang der neunziger Jahre 3,8 Millionen Mark Schmiergelder angenommen haben soll, auf dem Flughafen von Hongkong. Seitdem rangiert Pfahls ganz oben auf der Fahndungsliste des Bundeskriminalamts (BKA). Ergebnislos verfolgten die Zielfahnder bisher Hinweise, nach denen sich der ehemalige DaimlerChrysler-Manager im südostasiatischen Raum befindet. Vor etwa drei Monaten erhielten nun südafrikanische Fahnder Informationen über Pfahls. "Wir haben keinen konkreten Beweis", sagt ein Polizeioffizier, "wir glauben aber, dass er sich in Südafrika, vielleicht in der Umgebung von Kapstadt, aufhalten könnte." Möglicherweise habe sich Pfahls einer plastischen chirurgischen Behandlung unterzogen. Eine Spur von Pfahls nach Südafrika hatte es schon im Herbst 1991 gegeben. Damals verkaufte der Gesuchte für 1,7 Millionen Mark eine Villa in Südfrankreich an den ehemaligen Generaldirektor im südafrikanischen Außenministerium und Geschäftsmann Leo Henry Evans. Laut Polizei existiert am Kap ein "informelles Netzwerk von Flüchtigen", das sich von Geheimdienstleuten sogar mit neuen Identitäten ausstatten lasse.